Ernährung bei einer ASS oder ADHS
- Nadia Mullis

- 12. Aug.
- 2 Min. Lesezeit
Kann die Ernährung Einfluss auf den Verlauf einer Autismus-Spektrum-Störung (ASS) oder einer Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nehmen? Und wenn ja, was sollte dabei beachtet werden? Die Beantwortung dieser Frage dreht sich oft um die Nährstoffversorgung. Omega-3-Fettsäuren, Eisen, Zink oder Vitamin D werden häufig diskutiert und spielen sicherlich eine Rolle für Konzentration, Verhalten und das allgemeine Wohlbefinden. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung kann unterstützen und ist ein sinnvoller Bestandteil bei der Begleitung von neurodivergenten Personen. Meine Erfahrung zeigt allerdings, dass es in den meisten Fällen um weit mehr geht als um eine optimale Nährstoffversorgung.
In der Regel wenden sich von ASS oder ADHS betroffene Familien nicht wegen eines Nährstoffmangels an mich, sondern aufgrund von herausfordernden Situationen rund ums Essen. Es geht um Essensmengen, eingeschränkte Lebensmittelauswahl oder darum, dass gemeinsame Mahlzeiten als belastend wahrgenommen werden. Der Familientisch ist oftmals kein Ort der Entspannung, sondern geprägt von Druck, Sorgen oder wiederkehrenden Konflikten. Starre Menüpläne zur Sicherstellung der Nährstoffversorgung erscheinen dabei wenig hilfreich und führen nicht selten zu einer Verschärfung der angespannten Situation
Hilfreich ist ein echtes Verständnis für die Situation der Familie und insbesondere für die Bedürfnisse der neurodivergenten Mitgliedern. Essen ist bei Menschen mit einer ASS oder ADHS - und insbesondere bei betroffenen Kindern - eng mit der Sinnesverarbeitung verbunden. Gerüche, Konsistenzen, Farben oder Geräusche können intensiv wahrgenommen und schnell überfordernd sein. Gleichzeitig spielen Erwartungen, Erfahrungen und die Haltung der Eltern eine grosse Rolle. Was für die einen „normales Essen“ ist, kann für eine von Neurodivergenz betroffene Familie eine echte Herausforderung darstellen.
Bei der schrittweisen Veränderung der Essensgewohnheiten sollte darum auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der einzelnen Familienmitglieder eingegangen werden. Routinen sind wichtig und gleichzeitig nicht immer einfach umzusetzen. Deshalb geht es bei der Anpassung der Essgewohnheiten nicht um "richtig" oder "falsch", sondern darum, gemeinsam Wege zu finden, die von allen Beteiligten als stimmig wahrgenommen werden. Oft sind es keine grossen Umstellungen, sondern kleine, alltagstaugliche Anpassungen, die schrittweise umgesetzt werden. Beispielsweise können folgende kleinen Änderungen - insbesondere bei neurodivergenten Kindern - einen spürbaren entlastenden Effekt haben:
Ein Fächliteller (Fondue), bei dem die Lebensmittel klar voneinander getrennt sind
„Sichere Lebensmittel“ bewusst einbauen und Neues in kleinen Schritten anbieten
Druck rausnehmen, kein Zwang zu probieren oder aufzuessen
Reizarme Esssituationen schaffen (z. B. weniger Ablenkung, klare Struktur)
Rituale und Vorhersehbarkeit rund ums Essen etablieren
Leider gibt es wie so oft keine Patentlösung. Jede Familie bringt ihre eigene Geschichte, Dynamik und ihre ganz individuellen Herausforderungen mit. Hier setzt meine Beratung an: Welche Situationen sind besonders schwierig? Was funktioniert bereits gut? Und wo können kleine Veränderungen den Alltag erleichtern? Gemeinsam entwickeln wir Lösungen, die realistisch, umsetzbar und entlastend sind - ohne zusätzlichen Druck, dafür mit viel Verständnis. Ich begleite von ASS und ADHS betroffene Familien ganzheitlich und alltagsnah. Mir ist wichtig, nicht nur auf das „Was“ des Essens zu schauen, sondern vor allem auf das „Wie“. Ganz im Sinn von EINFACH ERFOLGREICH ESSEN unterstütze ich neurodivergente Personen und Familien dabei, Ruhe, Sicherheit und Leichtigkeit in den Essensalltag zu bringen.





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